WWE-Megafight endet mit realem Drama

WWE-Megafight endet mit realem Drama

15. Juni 2020 Spordbild 0

Es war angekündigt als das “Greatest Wrestling Match Ever”, das größte Wrestling-Match aller Zeiten.

Ob der Fight zwischen Randy Orton und Edge bei WWE Backlash 2020 zumindest in die Nähe kam, diesen Hype einzulösen, darüber wird ausgiebig gestritten werden.

Ein richtig gutes, dramatisches und mit ungewohnten Einlagen gespicktes Duell lieferten die beiden Ex-Partner und Rivalen aber auf jeden Fall. Der packende, rund 45-minütige Schlagabtausch der beiden Veteranen – die bei WrestleMania 36 schon ein Last Man Standing Match gegeneinander bestritten – lieferte Fans jede Menge Aha-Effekte und Anspielungen auf vergangene Klassiker. Vor allem die Leistung des 46 Jahre alten, nach rund neunjähriger Zwangspause zurückgekehrten Edge war vor diesem Hintergrund bemerkenswert.

Das Match endete dann aber mit einem faden Beigeschmack – und einem realen Drama: Wie kurz vor Ausstrahlung des voraufgezeichneten Showkampfs durchsickerte, zog sich Edge eine schwere Verletzung zu.

Edge und Randy Orton zitieren The Rock, Triple H und andere

Die vorab erzählte Story, dass Edge vor seinem ersten großen Wrestling-Match nach neunjähriger Zwangspause wegen einer Nackenverletzung von Selbstzweifeln geplagt war, zog sich als roter Story-Faden durch die Anfangsphase des Kampfs, als Orton seinen Weggefährten mehrfach ins Leere laufen ließ und auskonterte, als der ringerische Basisaktionen zeigen wollte.

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Im Lauf des Matchs wuchs Edges Selbstbewusstsein, zwischen die beiden Erzfeinden – die einst das Team Rated-RKO bildeten – entstand ein Kampf auf Augenhöhe, in dem die bekannten Standardaktionen garniert wurden mit Spezialmanövern anderer Stars: Orton etwa wollte die Three Amigos zeigen, die Suplex-Serie des früh verstorbenen Eddie Guerrero – den letzten aber blockte Edge ab und konterte mit seinen eigenen Amigos.

Weitere Zitate: Ein intensives Chop-Duell der beiden erinnerte an die Jahrhundertfehde zwischen Ric Flair und Ricky Steamboat, ein Olympic Slam von Orton an Hall-of-Famer Kurt Angle, ein Unprettier von Edge an dessen Ex-Partner Christian. Orton packte schließlich auch den Superplex seines Vaters Bob Orton aus und den Pedigree, den Finisher seines Mentors Triple H – Edge antwortete mit dem Rock Bottom aus dem Repertoire von dessen Erzrivalen Dwayne “The Rock” Johnson.

Edge vor langer Pause

Zum Erfolg führte nichts davon, auch nicht die eigenen Spezialmanöver, der Spear von Edge, der RKO von Orton, jeweils zweimal gezeigt. Edge – nach dem Kickout Ortons nach dem Doppel-Spear sichtlich aus der Fassung – wollte dann mit der Sleeperholdvariation, die schon im WrestleMania-Duell eine entscheidende Rolle spielte, den Sack zumachen – Orton aber befreite sich mit einem Schlag unter die Gürtellinie.

Orton streckte Edge dann mit dem Punt Kick nieder, einem Tritt gegen den Kopf, und pinnte den erst ausgeknockt, dann sichtlich konsterniert über die Niederlage wirkenden Gegner.

Das unfaire Manöver kurz vor dem Ende (und Ortons anschließender Spott) dürfte eigentlich der Türöffner für ein drittes Match gewesen sein – ob und wann das steigen wird, steht aber in Frage: Wie kurz vor Backlash bekannt wurde, erlitt Edge im Lauf des Matches einen Trizepsriss – eine Verletzung, die üblicherweise eine rund achtmonatige Auszeit zur Folge hat.

Infolgedessen rückt erstmal die Frage in den Mittelpunkt, wie es mit der Karriere des Hall-of-Famers überhaupt weitergehen wird.

Braun Strowman, Drew McIntyre, Asuka bleiben Champions

Im Schatten des großen Hauptkampfs endeten die wichtigsten Titelmatches des Abends ohne Wechsel: WWE-Champion Drew McIntyre verteidigte seinen Gürtel mit einem Claymore-Kick gegen Bobby Lashley – wobei dessen Story-Gattin Lana Lashley am Ende unfreiwillig ablenkte und am Ringrand mit ihm kollidierte und auf Lashleys Manager MVP fiel.

Universal Champion Braun Strowman gewann das Handicap Match gegen die beiden Herausforderer John Morrison und The Miz, indem er Morrison nach dem Running Powerslam pinnte. Die Gelegenheit, Strowman zu besiegen, entglitt Morrison und Miz vorher, als sie Strowman gemeinsam das Skull-Crushing Finale verpassten, aber sich nicht schnell genug einig waren, wer Strowman pinnen sollte.

Ohne klare Siegerin endete das RAW-Damentitelduell zwischen Asuka – Nachfolgerin der schwangeren Becky Lynch – und Nia Jax. Beide wurden ausgezählt, als sie sich außerhalb des Rings verkeilten, Asuka behielt gemäß des WWE-Regelwerks den Gürtel.

Die weiteren Highlights:

– Bayley und Sasha Banks verteidigten die Tag-Team-Titel der Frauen in einem Dreikampf mit den früheren Gürtelträgerinnen Alexa Bliss und Nikki Cross sowie den IIconics. Einmal mehr bekam der sich mittlefristig andeutende Bruch zwischen Bayley und Banks Futter: Vor dem Kampf ärgerten sich Bayley und Banks über Interviewerin Kayla Braxton, als die die Frage aufwarf, ob ihre Freundschaft bei einem Verlust des Titels zerbrechen würde – im Kampf trug einmal mehr Banks die Hauptlast, als sie Bliss erfolgreich einrollte, als die gerade Peyton Royce den Twisted Bliss verpasst hatte.

– Nach der Schock-Story um den vermeintlich von Jeff Hardy verursachten Autounfall mit Opfer Elias traf Hardy einmal mehr auf seinen Rivalen Sheamus, den er im dringenden Verdacht hat, dass er ihm diesen Unfall anzuhängen versucht hatte. Der Ire behielt diesmal die Oberhand und siegte nach hartem Kampf, als er eine Flugaktion Hardys außerhalb des Rings mit dem Brogue Kick konterte und im Ring einen weiteren folgen ließ (Sheamus im exklusiven SPORT1-Interview über sein BVB-Faible, WALTER, Rassismus).

– Zu einem eigentlich angesetzten Tag-Team-Titelmatch zwischen den Street Profits und den Viking Raiders kam es nicht: Die beiden Duos prügelten sich stattdessen hinter den Kulissen und es entwickelte sich ein skurriles Quasi-Filmchen, in dem beide Teams zwischenzeitlich wie in “Kill Bill” von einer Ninja-Gang um Akira Tozawa angegriffen wurden und sich gegen diese zusammentaten – nur um sich dann doch wieder gegeneinander zu wenden. Am Ende prügelten sich die beiden Teams in einen Müllcontainer – und schienen am Ende noch von einer Godzilla-Figur bedroht zu werden.

Die Ergebnisse von WWE Backlash 2020:

WWE United States Championship Title Match: Apollo Crews (c) besiegt Andrade (Kickoff-Show)
WWE Women’s Tag Team Championship Title Match: Bayley & Sasha Banks (c) besiegen Alexa Bliss & Nikki Cross, The IIconics
Sheamus besiegt Jeff Hardy
WWE RAW Women’s Championship Title Match: Asuka (c) vs. Nia Jax – Double Count Out
WWE Universal Championship Title Handicap Match: Braun Strowman (c) besiegt John Morrison & The Miz
WWE Championship Title Match: Drew McIntyre (c) besiegt Bobby Lashley
Randy Orton besiegt Edge

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/wwe-backlash-2020-edge-randy-orton-endet-mit-realem-drama

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