WWE-Beben! RAW-Boss Heyman ausgebootet

WWE-Beben! RAW-Boss Heyman ausgebootet

12. Juni 2020 Spordbild 0

Paukenschlag bei WWE wenige Tage vor der Großveranstaltung Backlash: Knapp ein Jahr nach seiner spektakulären Beförderung zum Kreativdirektor der Show Monday Night RAW ist Paul Heyman seinen Job wieder los.

Wie die Wrestling-Liga in einer knappen Mitteilung bekanntgab, werden die Autorenteams der TV-Sendungen RAW und Friday Night SmackDown zusammengelegt. Der bislang nur für SmackDown verantwortliche Bruce Prichard ist nun alleinverantwortlich, Heyman werde sich von nun an “auf seine Rolle als Ring-Performer konzentieren”. Heyman agiert vor der Kamera als Sprachrohr von Topstar Brock Lesnar.

Heyman, der ehemalige Promoter der Neunziger-Kultliga ECW (Extreme Championship Wrestling) war im vergangenen Juni auf den Posten gehievt worden, zusammen mit seinem einstigen Intimfeind, dem früheren WCW-Boss Eric Bischoff, der denselben Job bei SmackDown bekommen hatte.

Bischoff, der sich als großes Missverständnis entpuppte, bekam letztlich nie kreative Macht und wurde im Herbst schon wieder gefeuert. An Heyman lädt WWE-Chef Vince McMahon nun nach allgemeinem Eindruck die Verantwortung ab, dass die Quoten von RAW zuletzt auf ein negatives Rekordniveau gesunken waren.

Monday Night RAW im Rekordtief

Am vergangenen Montag schalteten bei RAW in den USA 1,74 Millionen Zuschauer ein, 18 Prozent weniger als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr – was zum damaligen Zeitpunkt auch schon ein historischer Tiefstand war.

Der Heyman-Bischoff-Paukenschlag war eine Folge ebendieses Abwärtstrends, der sich seitdem aber eben nicht gebessert, sondern stattdessen noch einmal massiv verschärft hat.

Inwiefern Heyman dafür mitverantwortlich ist, ist Auslegungssache: Erst kürzlich hatte McMahon die RAW-Quoten in einem Investoren-Rundruf damit gerechtfertigt, dass bei RAW gerade die Kreation neuer Stars im Fokus steht und ein Quotentief daher in Kauf genommen werden müsste.

Paul Heyman mit undankbarem Job

Tatsächlich war diese Tendenz aus vielen Personalentscheidungen des vergangenen Jahres abzulesen gewesen, vor allem durch die Kaderzuteilung beim RAW-SmackDown-Draft im vergangenen Herbst: SmackDown – das durch den Senderwechsel zu Fox höhere Priorität bekam – wurde mit mehr Stars ausgestattet, RAW eher mit weniger etablierten Talenten, die Heyman entwickeln sollte.

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Erst vor kurzem unterstrich WWE diesen Trend, indem man mit AJ Styles einen weiteren etablierten Star von RAW zu SmackDown wechseln ließ, ohne Ersatz.

Womöglich übernahm sich Heyman zuletzt etwas, indem er zu viele Talente auf einmal pushen wollte, einen dankbaren Job hatte er unter den aktuellen Umständen aber keinesfalls – zumal ihm zuletzt auch noch die Corona-Pandemie und die daraus folgende Geisterkulisse die Arbeit erschwerte.

Bruce Prichard bekommt noch mehr Macht

Profiteur von Heymans Aus ist nun wie schon nach Bischoffs Kündigung Bruce Prichard, der als Vertrauensmann McMahons gilt und erst im vergangenen Jahr nach rund zehnjähriger Abwesenheit wieder an Bord geholt worden war.

Der 57-Jährige – Bruder von Ex-Wrestler Tom Prichard – ist Fans von einst noch bekannt als schmieriger Prediger Brother Love, der zu Beginn der neunziger Jahre für kurze Zeit Manager des Undertaker war, bevor Paul Bearer die Rolle bekam. In dieser Rolle hatte er erst vor kurzem einen Cameo-Auftritt bei der Großveranstaltung Money in the Bank.

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/wwe-paul-heyman-als-raw-boss-ausgebootet

 

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