Warum Havertz den FC Bayern nicht braucht

Warum Havertz den FC Bayern nicht braucht

8. Juni 2020 Spordbild 0

Die Sache bei Kai Havertz scheint den meisten Beteiligten relativ klar: Das Ausnahmetalent, mit 20 Jahren schon bei 114 Bundesliga-Spielen und 35 Toren, wird Bayer Leverkusen diesen Sommer für eine Rekordablöse um die 100 Millionen Euro verlassen und einen hochdotierten Fünf-Jahres-Vertrag bei seinem neuen Verein unterschreiben. Der Deutsche ist die heißeste Aktie auf dem internationalen Transfermarkt

Havertz’ Berateragentur “Spielerrat”, bei der auch sein älterer Bruder Jan angestellt ist, führt Gespräche mit beinahe allen Topklubs Europas oder deren Bevöllmächtigten, sortiert und sondiert die verschiedenen Angebote und Möglichkeiten für den siebenmaligen Nationalspieler, der sich nach interner Leverkusener Einschätzung “in jeder Mannschaft der Welt einen festen Platz” erkämpfen kann. Gerade auch mental und charakterlich sei Havertz für die großen Herausforderungen geeignet und äußerst stabil.

Dass der Zeitpunkt für den Wechsel gekommen ist, hat das Team Havertz entschieden. Doch auch das “wohin” zeichnet sich immer deutlicher ab. Der Havertz-Weg führt aller Voraussicht nach zu einem der ausländischen Großklubs, obwohl es natürlich auch hierzulande reges Interesse gibt. Der BVB fühlte vor, Bayern München machte sich lange Hoffnungen und möchte diese auch immer noch nicht begraben.

Top-Klubs buhlen um Havertz

Doch so gern die nationale Nr. 1 den nächsten deutschen Superstar seinen Fans und Partnern als Spieler auf dem Platz sowie als weltweit wirkendes Statussymbol präsentieren würde – so überschaubar scheinen die Chancen. Denn Havertz braucht den FC Bayern als Zwischenschritt zu einem der Top-Vereine im Ausland – die er sich zutraut und erreichen will – nicht. Und als finales Karriereziel kommen die Bayern aktuell eh nicht in Frage.

Sowohl Real Madrid und der FC Barcelona als auch die englischen Vertreter Manchester United und Liverpool haben ernsthaftes Interesse an einer Havertz-Verpflichtung hinterlegt, auch Chelsea erkundigte sich nach den Zahlen. Havertz’ Tendenz, sagen sie in Leverkusen, sei aber Spanien, mit Priorität auf Real Madrid.

Zu groß wäre die Aufgabe nicht für ihn, Havertz ist weiter als jeder deutsche Spieler es in seinem Alter war. Er kann ganz oben angreifen, hat in jedem relevanten Bereich die nötigen Qualitäten. Mit 21, Havertz hat am Donnerstag Geburtstag, haben auch andere schon einen Stammplatz bei den ganz großen Vereinen, es gibt keinen Grund, warum er es nicht packen sollte.

Bayern für Goretzka der ideale Schritt

Leon Goretzka, 25, der bei den Bayern im Moment stark auftrumpft, war bei seinem Schalke-Abschied vor zwei Jahren noch nicht so weit wie Havertz jetzt. Die Bayern waren der ideale Schritt für ihn, er hat sich auf hohem Niveau zu einem Topspieler von internationaler Klasse entwickelt. Seinen Vertrag über die aktuelle Laufzeit hinaus zu verlängern, wird eine schwierige Aufgabe für den FC Bayern, Goretzka kann sich, wie David Alaba, Niklas Süle oder Serge Gnabry, den Schritt ins Ausland gut vorstellen

Havertz könnte es ihnen vormachen – mit Erfolg.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche “Bundesliga-Kolumne”.

https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/06/darum-braucht-kai-havertz-den-fc-bayern-nicht-holtkamp-kolumne

 

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