Unfreiwillig durch die Natur – PGA Tour 2K21 in der Review

Unfreiwillig durch die Natur – PGA Tour 2K21 in der Review

28. August 2020 Spordbild 0

Golf – eine Sportart, die auf viele Weisen faszinierend, wie beruhigend ist, die aber auch nur verhältnismäßig wenige aktiv ausüben. Es ist kein Breitensport wie Fußball oder Basketball, einfach mal eben zum benachbarten Platz gehen und ein paar Bälle schlagen ist nicht möglich. Für jene, die sich Golfplatz, Tasche und etwaige Mitgliedschaften nicht leisten können gibt es PGA Tour 2K21. Aber auch reale Putter kommen auf ihre Kosten.

Der Einstieg

Seit Mario Golf auf dem Gameboy kein Golf-Spiel mehr angerührt? Kein Problem! PGA Tour 2K21 startet mit einer kurzen Abfolge von Tutorials, die die Basics erklären. Winkel anpassen, die richtige Schlägerwahl und wieso ist der Wind so frech? Der Einstieg fällt sehr leicht und lässt erste Erfolgserlebnisse zu. 

Danach hat der Spieler die Wahl zwischen einigen wenigen Modi. In der PGA Tour Karriere stehen vier Startpunkte zur Auswahl. Zwischen der Q-School und der eigentlichen Profi-Turnierreihe ist alles dabei. Mit den Schwierigkeitseinstellungen auf “Normal” ging es in der Review auf der niedrigsten Karrierestufe los. Zuvor konnte der eigene Spieler noch mit vielen optischen Anpassungsmöglichkeiten hübsch gemacht werden.

Loch um Loch wurde das Gefühl für die Gegebenheiten besser, in der Tabelle ging es immer weiter hoch. Mehrere Birdies bescherten am Ende den ersten Platz. Anschließend würde die Karriere nahtlos mit dem nächsten Level weitergehen. 

Mechaniken

Mit dem Controller in der Hand einen Golfschläger führen – klingt erstmal weit weg von der Realität, jedoch hat 2K einige kleine Einstellungsmöglichkeiten vor dem Schlag parat. Flugkurve, Zielwinkel und Backspin beziehungsweise Drall nach vorne können in Ruhe vor jedem Versuch kalibriert werden. Ist der Spieler damit zufrieden wird es knifflig. 

Der Abschlag geschieht mit Hilfe des Sticks. Hierbei kann zwischen linkem und rechtem Stick frei entschieden werden, was je nach Präferenz und realer Schlaghand ein nettes Detail ist. 

Die Bewegung des Sticks wird exakt getracked. Wie gerade, wie schnell und mit wieviel Kraft der Spieler ausführt hat immensen Einfluss auf Flug und Landung des Balls. Auch wenn der Wind und alle anderen Gegebenheiten mit einbezogen wurden – ist der Schlag krumm, landet der Ball in der Wüste.

Auf dem Grün helfen zum einen farbige Linien mit einem in gewissen Richtungen verlaufenden Schimmern bei der Einschätzung des nötigen Winkels. Nach erster Positionierung kann durch das Drücken der X-Taste der angepeilte Verlauf vorgezeichnet werden. Liegt der Spieler daneben, darf noch einmal korrigieren, kann danach aber die Linie nicht neu zeichnen lassen. Mit der Zeit verbessert sich das Gefühl für Gefälle und das Gitternetz automatisch.

Online-Modus und dann?

PGA Tour 2K21 bietet auch einen Online-Modus, in dem entweder 1-gegen-1, 2-gegen-2 oder im sogenannten Skins-Modus gespielt werden kann. Die Spielersuche ist unkompliziert und dauert angemessen kurz. Allerdings offenbart sich schnell – hier gibt es keinen Welpenschutz. Anders als in der ersten Runde des Karriere-Modus wird hier jede kleinste Fehlbewegung bestraft. 

Erfreulich ist, dass es während der Testrunden keinerlei Laggs gab. Jedoch ging keine der Partien über das achte Loch hinaus. Entweder verließ der Gegner extrem früh das Match oder erbarmte sich etwas später, weil er bei jedem Kurs über zehn Schläge brauchte, um überhaupt in die Nähe der Fahne zu kommen. 

Neben der Karriere und eben diesem Online-Modus bleibt PGA Tour 2K21 in Bezug auf Variation etwas blass. Minispiele oder Herausforderungen fehlen und würden das aufgrund der Sportart etwas steifere Game deutlich auflockern.

Grafik und Technik

Grafisch macht PGA Tour 2K21 dank neuer Grafik-Engine alles besser als der Vorgänger, bei dem die Optik ein großer Kritikpunkt war. Auch wenn die Zuschauer nach wie vor statisch im Hintergrund herumexistieren, sehen die Kurse sehr gut aus und die Bewegungen des Golfers sind ebenfalls nachvollziehbar und flüssig. Die neue Poweranzeige erleichtert es enorm, die Weite des Schlags einzuschätzen.

Die HUD macht einen guten, nicht störenden Eindruck und ist auch für Laien schnell nachzuvollziehen. Individualität bietet das Game dank Kleidung und anderen kosmetischen Items, die durch die im Spiel verdiente Ingame-Währung nach und nach erworben werden können oder sogar mit Erfolgen freigeschaltet werden.

Fazit

Wer sich für Golf begeistert und in den eigenen vier Wänden gerne mal aufs Grün möchte, findet in PGA Tour 2K21 eine sehenswerte Alternative zur Realität, die sich auf das Wesentliche beschränkt. Das Spiel möchte eine Simulation sein und verzichtet daher auf zusätzliche Gimmicks und Minispiele. Insgesamt bietet der neue Ableger eine entspannte Plattform für Fans des Golfsports, ist aber einsteigerfreundlich genug, um auch neue Interessenten anzulocken.

https://www.sport1.de/esports/2020/08/unfreiwillig-durch-die-natur-pga-tour-2k21-in-der-review

 

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