Undertaker offenbart Schicksalsschlag – und will zurücktreten

Undertaker offenbart Schicksalsschlag – und will zurücktreten

22. Juni 2020 Spordbild 0

Ein privater Schicksalsschlag, den er öffentlich bislang nicht thematisiert hatte, hat das letzte Match des Undertaker bei WWE überschattet. Und womöglich dazu beigetragen, dass es diesmal auch wirklich sein letztes bleibt.

In der fünften und letzten Episode der Doku “Undertaker: The Last Ride” hat das Wrestling-Denkmal erstmals über den Tod seines Bruders Timothy gesprochen, der am 24. März einem Herzinfarkt erlegen war.

Mit den Tränen kämpfend schildert Mark Calaway, wie der Taker eigentlich heißt, wie seine Nichte ihm per Telefon die traurige Nachricht übermittelte – am Tag, bevor er sein “Boneyard Match” gegen AJ Styles für WrestleMania 36 filmte.

Tim Calaway wurde 63 Jahre alt, er hatte ein einfaches Leben als Klempner geführt hatte – wie der 2003 verstorbene Vater Frank, der neben Mark und Tim drei weitere Söhne hinterlassen hatte. “Es war ein weiteres Zeichen, wie wichtig es ist, für deine Familie da zu sein. Weil man nie weiß, was passieren wird”, kommentierte der acht Jahre jüngere Mark – der nun entschlossen scheint, sich selbst ins Privatleben zurückzuziehen.

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Undertaker: “Kein Verlangen” nach Comeback

Am Ende der letzten Last-Ride-Folge bekundet der Taker, dass er nach jahrelangem Ringen um den für ihn passenden Karriere-Abschluss nun davon ausgeht, dass das Match gegen Styles sein letztes war.

“Man soll niemals nie sagen, aber an diesem Punkt meines Lebens und meiner Karriere habe ich kein Verlagen mehr, wieder in den Ring zu steigen”, hält er fest. Er schließt ein weiteres Comeback zwar nicht völlig aus, sollte der eng mit ihm befreundete WWE-Boss Vince McMahon ihn nochmal fragen (“Da müsste ich überlegen”), die Tendenz gehe jedoch in die andere Richtung: “Ich kann mittlerweile außerhalb des Rings mittlerweile einen besseren Beitrag leisten als innerhalb. Und ich bin inzwischen in der Lage, das zu akzeptieren.”

Gerade auch die Arbeit an der Doku hätte ihm dabei geholfen, “das größere Ganze zu sehen und weniger hart über mich selbst zu richten, was meine letzten Karriere-Jahre angeht”.

Rücktritt schon mehrfach geplant

Ob der “Dead Man” sich an den Vorsatz hält, ist und bleibt die große Frage: Allein in der Doku selbst wurde mehrfach gezeigt, wie er seinen Rücktritt plante oder mindestens in Erwägung zog – nach dem WrestleMania-Match 2017 gegen Roman Reigns, vor dem völlig missratenen Legenden-Kampf mit Drehbuch-Bruder Kane sowie den alten Rivalen Shawn Michaels und Triple H in Saudi-Arabien, nach seinem Match mit Reigns als Partner bei Extreme Rules 2019.

Jedesmal kam er doch zurück, weil er mit dem vermeintlichen Abgang nicht zufrieden war – oder sich noch einen besseren vorstellen konnte.

AJ Styles schlug Match bei WrestleMania 36 vor

Auch diesmal gibt es Zwiespalt, denn eigentlich war das Match gegen Styles anders geplant: Als richtiges Wrestling-Match vor rund 80.000 Fans im Football-Stadion von Tampa, nicht als der Mini-Film, der es wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen am Ende wurde.

Die Abschlussepisode zeigt, dass es Styles war, der dem Taker das Match vorschlug, nachdem er dessen offenherziges Interview mit Kollege Stone Cold Steve Austin gesehen hatte, in dem das “Phenom” davon sprach, auf ein würdiges Karriere-Ende “unter meinen Bedingungen” zu hoffen.

Der Undertaker – der McMahon nach Extreme Rules eigentlich schon mitgeteilt hatte: “Ich bin durch” – ging auf das Angebot ein. Er sah in Styles den Wiedergänger des Weggefährten Shawn Michaels und die Chance, mit dem Ausnahmewrestler ein noch würdigeres letztes Match auf die Beine zu stellen.

Unfall gegen Bill Goldberg und Tod von Kobe Bryant machen nachdenklich

Obwohl das Match dann nicht so durchgeführt werden konnte wie geplant, reifte dennoch der Gedanke, es dabei bewenden zu lassen: Neben dem Tod des Bruders führten auch ein tödlicher Autounfall, bei dem ein 18-jähriger Neffe seiner Frau Michelle McCool starb, und der Hubschrauber-Absturz von NBA-Star Kobe Bryant dem Undertaker die Endlichkeit des Lebens vor Augen.

Auch sein lebensgefährlicher Ringunfall im Kampf mit Bill Goldberg 2019, bei dem er mit voller Wucht auf dem Nacken landete, erinnerten ihn an das, was er durch seine Ringausflüge riskiert: “Ich war wenige Zentimeter davon entfernt, Michelle zur Witwe zu machen und meine Tochter ohne Vater aufwachsen zu lassen.”

Zudem lief die Inszenierung des Matches mit Styles – für das der Taker den “American Bad Ass”, seinen Charakter als Biker – wieder aufleben ließ, letztlich zu seiner Zufriedenheit: “War es das, was ich wollte, als ich Ja zu dem Match gesagt hatte? Absolut nicht. Aber es war verdammt gut. Und das war mein Ziel. Und wie soll ich das toppen?”

Gerade auch die Abschlussszene des Matches, in der der Undertaker nach vollbrachtem Werk mit dem Motorrad davonbraust, hält er für einen passenden Abschluss: “Diesmal reitet der Cowboy wirklich davon”, glaubt der Taker.

Stand jetzt zumindest.

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/wwe-undertaker-bruder-starb-vor-match-gegen-aj-styles

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