Tod eines legendären Maskenmanns mit Schatten

Tod eines legendären Maskenmanns mit Schatten

11. Juni 2020 Spordbild 0

In den USA war er einer der populärsten Wrestler seiner Zeit und der Lieblingsshowkämpfer eines früheren Präsidenten.

Gerne erzählte John Walker alias Mr. Wrestling II die Anekdote, dass er eingeladen war zu Jimmy Carters Amtseinführung im Weißen Haus, aber abgelehnt hätte, weil er ohne seine Maske hätte müssen – Sicherheitsbedenken des Secret Service.

Mr. Wrestling II – der am Mittwoch im Alter von 85 Jahren gestorben ist – war vor allem in Carters Heimat Georgia und in den Südstaaten generell ein Superstar, hinterlässt ein Vermächtnis, das dort in bleibender Erinnerung ist.

Es wird allerdings getrübt von der persönlichen Schuld, die der Mann hinter der Maske vor seiner Karriere auf sich geladen hatte.

Als Sexualstraftäter registriert

Walker, geboren am 10. September 1934 in Charleston, South Carolina, wurde 1953 mit 18 Jahren auf Hawaii verhaftet und angeklagt, weil er zu neun jungen Männern gehörte, denen eine Massenvergewaltigung an einem 15 Jahre alten Mädchen vorgeworfen wurde.

Der Fall war zu Walkers Lebzeiten kaum bekannt und seine genaue Rolle darin ist medial wenig ausgeleuchtet, Walker musste sich allerdings bis an sein Lebensende als Sexualstraftäter registrieren und seinen Wohnort öffentlich preisgeben.

Der Verlauf seiner Karriere, die er trotz dieser Vorgeschichte zwei Jahre nach seiner Tat begann, wäre heute unter diesen Umständen nicht vorstellbar.

Mr. Wrestling II beerbte das Original Tim Woods

Viele Jahre lang trat Walker unter seinem richtigen Namen und mit überschaubarem Erfolg an und hatte seine Laufbahn eigentlich schon beendet, als er 1972 aus dem Ruhestand geholt wurde, um den Charakter zu übernehmen, der vor ihm schon den originalen Mr. Wrestling Tim Woods zum Star gemacht hatte.

Walker (zwischenzeitlich auch bekannt als The Grappler) wurde teils als Woods’ Partner, teils als sein Ersatz gebucht – und entwickelte sich selbst zu einem Headliner, vor allem in den regionalen Promotions in Georgia und in Florida. Zu seiner Hochzeit in den Siebzigern war er einer der populärsten Wrestler Amerikas.

In den Achtzigern blieb Walker präsent, hatte bei der hoch anerkannten Territorialliga Mid-South Wrestling eine große Fehde mit dem aufstrebenden Magnum T.A., den er zunächst als Partner und Mentor begleitete, sich dann aber gegen ihn wandte. Magnum galt als kommender Topstar, ehe ein Autounfall mit schweren Verletzungsfolgen seine Karriere beendete.

Späte Auftritte bei WWE

Als WWE national expandierte und sich die regionalen Ligen und ihre Stars einverleibte, hatte Mr. Wrestling II noch Auftritte in der damaligen WWF – wurde da aber schon nicht mehr groß in Szene gesetzt.

1990 beendete Walker seine Karriere, blieb in seiner Wahlheimat Hawaii aber der örtlichen Wrestling-Szene verbunden, bestritt 2007 sogar noch ein letztes Match mit 73.

Walker hinterlässt drei Kinder, seine Ehefrau Olivia war schon 2000 verstorben. Ihr Werk blieb Wrestling-Fans ebenfalls in Erinnerung: Als Kostümschneiderin zeichnete sie sich verantwortlich für einige der berühmten Einmarschroben von Ric Flair.

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/mr-wrestling-ii-tot-legendaerer-maskenmann-mit-schatten

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