So läuft ein eSports-Turnier ab – Teil 2 des großen SPORT1-Spezials

So läuft ein eSports-Turnier ab – Teil 2 des großen SPORT1-Spezials

4. Oktober 2020 Spordbild 0

Von Vincent Talmon-Gros

Sinisa Milhalovic ist der Brand Manager bei Skillshot Consulting, der Organisation, die unter anderem die Merkur Masters veranstalten. Im zweiten Teil des Interviews mit SPORT1 verrät er welche Aufgaben bei einer Veranstaltung anfallen und wie diese geregelt werden.

SPORT1: So ein Open Qualifier kann ja ein ganz schönes Chaos sein mit zig Teams, die alle spielen wollen. Ihr hattet ja vier Admins parat, was ist deren Job eigentlich?

Milhalovic: Ohne mein kleines und sehr fleißiges Team wäre das nicht möglich gewesen, weil so viele Kleinigkeiten anfallen, die man zuvor nicht alle auf dem Schirm hat. Nicht nur bei der Durchführung, sondern auch in der Vorbereitung.

Ein bis zwei Personen haben sich hauptsächlich um die Administration des Turniers gekümmert. Gerade mit der Verifizierung war es zu Beginn ein großer Kampf, da sowas ein Novum für viele Spieler dargestellt hat und sich einige Teilnehmer natürlich kurz vorher verifizieren wollten, der ein oder andere dann dabei Hilfe benötigt hat. Hinzu kommt ständiger Support bei Spielproblemen, die innerhalb von Minuten gelöst werden müssen als auch die Kommunikation mit allen Castern, welche die Open Qualifier übertragen haben.

Der andere Schwerpunkt ist Social Media und die Berichterstattung der Turniere, die ebenfalls von ein bis zwei Leuten durchgezogen wird. Das mag auf den ersten Blick wie einen entspannten Job aussehen, aber das ständige Posten von anstehenden Spielen, Ergebnissen, Highlights, als auch die ein oder andere Interaktion mit den Teams, lässt einem kaum Zeit zu ruhen.

SPORT1: Zum Closed Qualifier gab es größere Namen auf der Liste. Wie verläuft die Kommunikation mit solchen Organisationen und gibt es da etwas besonders zu beachten?

Milhalovic: Die Kommunikation mit den größeren Namen ist meistens sehr angenehm, da jede Organisation, ab einem gewissen Niveau, ihre feste Ansprechperson hat und diese die Kommunikation zwischen uns und den Spielern übernimmt. Zudem waren die meisten Teams sehr dankbar über die Merkur Masters und die Möglichkeit die Ihnen geboten wurde.

SPORT1: Nachdem alle Teams für die Offline-Finals feststanden hatte plötzlich COVID-19 die Nation fest im Griff. Trotzdem habt ihr die Produktion offline stattfinden lassen, wie verlief die Planung davon?

Milhalovic: Uns war es wichtig trotz der Einschränkungen von COVID-19 eine einzigartige Show abzuliefern. Selbstverständlich stand die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle, sodass wir mit allen Beteiligten früh in den Austausch gegangen sind, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.

Danach ging es darum mit wenig Mitteln möglichst viel rauszuholen und zumindest für die Zuschauer zu Hause eine Show abzuliefern, die das Finale nochmal deutlich hervorhebt. Dafür haben wir auf erfahrene Caster und Analysten gesetzt, die wundervoll zusammengearbeitet haben und hinter der Kamera ebenfalls für jeden Spaß zu haben waren.

SPORT1: Media is Power und somit habt ihr da wohl auch nicht zurückgeschreckt viel Energie zu investieren. Wie sah das mit eurem Social-Media-Game aus?

Milhalovic: Auch wenn wir in Deutschland einiges vorbildlich machen in Bezug auf die Möglichkeiten und Strukturen, welche deutschen Teams geboten wird, hinken deutsche CS:GO-Produktionen in Sachen Content den internationalen Produktionen weit hinterher. Das ist grundsätzlich auf den höheren Aufwand und Mittel zurückzuführen, den die internationalen Veranstalter betreiben können. Jedoch gibt es Möglichkeiten guten und innovativen Content zu produzieren, welche keine großen finanziellen Mittel benötigen, sondern lediglich Kreativität.

Daher haben wir großen Wert auf Social Media gelegt und allgemein auf Formate jenseits der klassischen “X spielt gegen Y” oder “X gewinnt 16:9”. Sei es Spielerprofile, welche den Werdegang des Spieler persönlich beleuchten. Hochwertige Fragmovies, als auch jetzt in der 2. Season Steckbriefe zu jedem Team im Closed Qualifier und der lustigen Aufbereitung von Sammelkarten der Spieler. Auch Zuschauer-Aktivierungen wie PickEm-Challenges zu den verschiedenen Phasen der Merkur Masters waren Teil unseres Social-Media-Games.

SPORT1: Am Ende hat, Suprise Suprise, BIG eure erste Ausgabe gewonnen. Die Tore der Factory haben sich geschlossen und Season 2 läuft bereits. Was waren eure wichtigsten Erfahrungen aus der ersten Saison?

Milhalovic: Wir waren sehr zufrieden mit der ersten Season, insbesondere deswegen, weil wir ein neuer Veranstalter sind, der sich neben der ESL Meisterschaft und 99Damage beweisen musste. Die wichtigste Erfahrung war es, das Team etwas aufzustocken, damit wir für die 2. Season noch mehr Energie in die Contentproduktion stecken können. Denn für einige Ideen, die wir bereits in der 1. Season hatten, hat schlichtweg die Zeit gefehlt.

Das merkt man in unserer zweiten Season auch jetzt schon deutlich, da wir zu den Open Qualifiern im Social Media Bereich noch aktiver sind und die Teams bereits früher einbeziehen und den Organisationen als auch den Spielern eine Bühne bieten.

SPORT1: Wie du bereits erwähnt hast, ist die 2. Season im vollen Gange. Gibt es eine größere Änderung, welche die Zuschauer erwartet und werden die Finals diesmal Offline stattfinden?

Milhalovic: Am liebsten wäre uns natürlich ein Finale mit allen vor Ort. Allerdings sind auch wir an die aktuellen Entwicklungen gebunden und befinden uns im ständigen Austausch mit Merkur und den Teams, um für alle die optimale Lösung zu finden.

Bezüglich großen Änderungen wird bereits zu dem Closed Qualifiers, wovon die Gruppenphase am 25.9 startet und über zwei Wochenenden geht, viel Wert auf einen hohen Production-Value-Wert gelegt. Das heißt bereits für die Playoffs gibt es eine Studioproduktion in der Esport Factory mit Castern und Analysten. Außerdem schaffen wir mehr Content von außerhalb des Spiels und für das Offline Finale sind einige Sachen in Planung, die noch nicht einmal in internationalen Produktionen umgesetzt wurden.

https://www.sport1.de/esports/2020/10/sport1-spezial-wie-funktioniert-eigentlich-ein-esports-event2

 

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