Publikum gefährdet? WWE reagiert irreführend auf Kritik

Publikum gefährdet? WWE reagiert irreführend auf Kritik

17. Juni 2020 Spordbild 0

Neuer Corona-Wirbel bei WWE: Ein Covid-19-Fall im Kader wirbelt die Planungen der Wrestling-Liga durcheinander. Zudem sorgen Berichte über ein angebliches Maskenverbot für die ersten bei der aktuellen Ausgabe von Monday Night RAW zugelassenen Zuschauerinnen und Zuschauer für Kritik – auf die WWE nicht ganz wahrheitsgemäß reagierte.

WWE verschiebt Tapings von RAW und SmackDown

Wie die Promotion nach der Ausstrahlung mitteilte, ist ein ungenanntes Talent, das unter einem Entwicklungsvertrag bei ihr steht, positiv auf das Virus getestet worden. Infolgedessen sind die für Dienstag geplanten TV-Aufzeichnungen für die Shows RAW und SmackDown verschoben worden.

Das Talent sei am 9. Juni zuletzt im Performance Center in Orlando gewesen, wo WWE derzeit seine beiden Hauptshows stattfinden lässt, heißt es in dem Statement. Andere Kolleginnen und Kollegen, auf die es getroffen sei, hätten keine Symptome gezeigt.

Als Konsequenz sollen nun dennoch alle Wrestlerinnen und Wrestler, das komplette Produktionsteam und andere Angestellte vor Ort getestet werden. Medienberichten zufolge sind es die ersten großflächigen Corona-Tests, die WWE vornimmt. Bislang soll sich die Liga auf allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie Fiebermessungen beschränkt haben.

Nach aktuellem Planungsstand sollen die Tapings am Mittwoch nachgeholt werden.

Erster Fall von Corona im April

Der aktuelle Fall ist der zweite bestätigte bei WWE: Am 11. April wurde eine ebenfalls anonym gebliebene “On-Screen-Person” positiv getestet, hat sich seitdem aber auskuriert.

Einen größeren mittelbaren Effekt hat die Coronakrise durch die Auszeit, die Topstar Roman Reigns seit April einlegt. Der an Leukämie vorerkrankte Reigns hat ein erhöhtes Risiko – wobei er selbst erklärt, dass er zum Schutz seiner Familie pausiert.

Fans bekamen angeblich Masken-Verbot

Dass die Mitteilung zum aktuellen Covid-19-Fall erst nach Ausstrahlung der RAW-Episode versandt wurde, sorgte für Aufhorchen – und angeblich haben auch die meisten Angestellten, die daran beteiligt waren, erst zu diesem Zeitpunkt davon erfahren.

Seit Beginn der Corona-Einschränkungen sendet WWE seine Shows aus dem Trainingszentrum in Orlando, zuerst vor Geisterkulisse, seit kurzem mit Nachwuchstalenten als Zuschauern. Übereinstimmenden Berichten zufolge hat WWE diese Woche zudem erstmals ausgewählten Zuschauern Zutritt zu RAW – nach Angaben von WWE ausschließlich Familienmitglieder, Freundinnen und Freunde der Stars, die nicht näher definierte “medizinische Untersuchungen” absolviert hätten.

Brisant: Wie mehrere Portale – darunter der Wrestling Observer – meldeten, mussten die zugelassenen Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur Haftungsausschluss unterzeichnen, der eine Klage gegen WWE ausschließt, sollten sie sich mit Covid-19 infizieren. Auch das Tragen von Masken soll ihnen verboten worden sein.

WWE-Statement nicht ganz korrekt: Street Profits unter Fans

Das Statement, mit dem WWE mittlerweile reagiert hat, dementiert diese Berichte nicht explizit, sondern zäumt sie von der anderen Seite auf: Die Abstandsregeln seien mit den externen Gästen so konsequent angewandt worden, dass das Tragen von Masken “nicht erforderlich” gewesen sei.

Mittlerweile berichtet der TV-Journalist Jon Alba zudem, dass sich bei ihm mehrere Fans gemeldet hätte, die der Meldung widersprachen, dass sie zum Maskenverzicht gezwungen worden wären.

Die WWE-Behauptung, dass die Abstandsregeln konsequent eingehalten worden seien, stimmt jedoch in jedem Fall nicht so ganz: Beim Einzug des Tag Teams The Street Profits mischte sich das Duo Angelo Dawkins und Montez Ford unter eine Gruppe von Zuschauern – unter denen eindeutig auch Leute waren, die  altersbedingt Gäste und keine Nachwuchstalente gewesen sein mussten.

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/wwe-mit-corona-fall-raw-und-smackdown-tapings-verlegt

 

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