Nach Floyds Tod: Hamilton schießt gegen Formel-1-Stars

Nach Floyds Tod: Hamilton schießt gegen Formel-1-Stars

1. Juni 2020 Spordbild 0

Lewis Hamilton hat die Formel 1 nach dem tragischen Tod des US-Amerikaners George Floyd heftig kritisiert. 

Der britische Weltmeister schaltete sich mit klaren Worten in die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt ein und holte dabei auch zu einem Rundumschlag gegen seine Kollegen aus. 

“Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die größten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit. Nicht ein Zeichen von irgendjemandem in meiner Industrie, die natürlich ein von weißen dominierter Sport ist”, schrieb Hamilton in einem Statement auf Instagram. 

Floyd war am vergangenen Montag in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz zu Tode gekommen. Ein weißer Polizist hatte ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt. “Ich kann nicht atmen”, sagte Floyd, der an den Folgen der Fixierung starb. Die Tat löste Proteste in vielen US-Städten aus, es kam zu schweren Krawallen.

Lewis Hamilton: “Ich weiß, wer ihr seid”

In der F1 sei er einer der wenigen dunkelhäutigen Menschen und stehe allein, erklärte Hamilton. “Ich hätte gedacht, dass ihr jetzt seht, warum das passiert und etwas dazu sagt. Aber ihr könnt nicht an unserer Seite stehen. Aber ihr solltet wissen, dass ich weiß, wer ihr seid und ich euch sehe.” Das Rassismus-Problem betreffe nicht nur die USA, es sei auch “in England, Spanien, Italien und überall” vorhanden.

Gleichzeitig stellte der 35-Jährige klar, dass er die gewalttätige Proteste ablehne. “Die Art und Weise, mit der Minderheiten behandelt werden, muss sich ändern.” Er rief die politischen Anführer der Welt auf, den Menschen klar zu machen, dass “wir alle gleich sind”. 

“Wir wurden nicht mit Rassismus im Herzen geboren, es wird uns von jenen beigebracht, zu denen wir aufschauen.”

Formel-1-Star hat Erfahrungen mit Rassismus gemacht

Hamilton war im Lauf seiner Rennsport-Karriere mehrfach Opfer rassistischer Anfeindungen, etwa vor der Saison 2008, als Zuschauer bei Testfahrten in Spanien sich mit Kostümen als Klischee-Schwarze über ihn lustig machten.

Mercedes-Boss Toto Wolff thematisierte erst im vergangenen Jahr, dass Hamilton schon als junger Nachwuchsfahrer schlechte Erfahrungen gemacht hätte: “Als Lewis jünger war, war er das einzige schwarze Kind unter weißen Kindern und ich weiß, dass er auf der Strecke rassistisch beleidigt wurde.” Das hätte “wunden fürs Leben hinterlassen”. 2011 sorgte Hamilton für eine Kontroverse, als er nach diversen Bestrafungen durch die Formel-1-Stewards einen Rassismus-Verdacht äußerte.

Schon 2018 hatte Hamilton den Mangel an ethnischer Vielfalt auch hinter den Formel-1-Kulissen kritisiert, generell hat er sich in den vergangenen Jahren immer häufiger politisch positioniert, etwa auch mit einem vieldiskutierten Appell gegen Umweltverschmutzung und für vegane Ernährung im vergangenen Jahr.

Mit seiner neuesten Wortmeldung reiht er sich in eine breite, von zahlreichen prominenten Sportlern angefachte Rassismus-Debatte ein, in der sich unter anderem auch die NBA-Stars LeBron James und Stephen Curry sowie Legende Michael Jordan äußerten. In der Fußball-Bundesliga gab es Solidaritätsgesten von Jadon Sancho und Achraf Hakimi (Borussia Dortmund), Marcus Thuram (Borussia Mönchengladbach) sowie Weston McKennie (FC Schalke 04).

https://www.sport1.de/motorsport/formel1/2020/05/lewis-hamilton-kritisiert-formel-1-nach-tod-von-george-floyd

 

Sie haben nicht das passende gefunden oder benötigt Hilfe? Lassen Sie es uns wissen, wir melden uns gerne per E-Mail bei Ihnen zurück!

Vielen Dank. Wir melden uns umgehend bei Ihnen per E-Mail.

Beim Versuch, Ihre Anfrage zu senden, ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

SpoVerMa Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen von "SpoVerMa" und bestätige diese gelesen zu haben.