Leverkusen beendet Saarbrückens Pokalmärchen

Leverkusen beendet Saarbrückens Pokalmärchen

9. Juni 2020 Spordbild 0

Pokal-Märchen ohne sensationelles Happy End: Der 1. FC Saarbrücken hat den Einzug ins DFB-Pokalfinale dann doch deutlich verpasst.

Der Außenseiter, der es als erster Viertligist bis ins Halbfinale geschafft hatte, musste sich dem haushohen Favoriten Bayer Leverkusen mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Alle Highlights und Analysen der Halbfinals im DFB-Pokal in “DFB-Pokal Pur” und “DFB-Pokal Analyse” am Donnerstag ab 18.45 Uhr im TV auf SPORT1

Leverkusen zum vierten Mal im DFB-Pokalfinale

Das Team von Trainer Peter Bosz zog damit zum vierten Mal ins Pokalendspiel ein und trifft am 4. Juni in Berlin entweder auf den FC Bayern oder Eintracht Frankfurt (DFB-Pokal: FC Bayern – Eintracht Frankfurt. Mittwoch ab 20.45 Uhr im LIVETICKER). (Spielplan und Ergebnisse)

“Wir sind natürlich unfassbar enttäuscht. Wir haben alles gegeben. Unser Matchplan sah natürlich anders aus. Dann kriegen wir zwei solche Eier-Tore. Am Ende war der Respekt zu groß. Wir wissen, dass wir Großes geleistet haben”, sagte Saarbrückens Torhüter Daniel Batz bei Sky. “Wir treffen uns jetzt noch im Hotel, genießen noch mal den Abend, feiern ein bisschen, so gut das geht bei aller Enttäuschung. Und dann geht es in den wohlverdienten Urlaub.”

FCS-Trainer Lukas Kwasniok ergänzte in der ARD: “Mich hat gestört, dass wir nicht eklig genug waren. Das ärgert mich, dass wir nicht so reingekommen sind.”

Kwasniok hadert: “Haben mit Wattebällchen geworfen”

Moussa Diaby (11.) versetzte den Träumen der Saarländer früh einen Dämpfer, Lucas Alario (19.) baute die Führung wenig später aus. Der zur Pause eingewechselte Karim Bellarabi (58.) legte im zweiten Durchgang nach. Alle drei Treffer bereitete der starke Kerem Demirbay vor. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

“Wir wollten alle Waffen ziehen und haben mit Wattebällchen geworfen”, haderte Kwasniok vor allem mit den frühen Gegentoren.

Zudem ist Bayer eine Prämie von über drei Millionen Euro sicher. Dagegen ist der FCS beim vierten Anlauf zum vierten Mal an der letzten Hürde vor dem Endspiel gescheitert.

Dennoch haben die Saarländer, die nach dem Saisonabbruch der Regionalliga Südwest als Aufsteiger in die 3. Liga feststehen, deutsche Fußballgeschichte geschrieben. Dafür sorgte der Siegeszug des Bundesliga-Gründungsmitglieds, dem Jahn Regensburg, der 1. FC Köln, der Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf zum Opfer gefallen waren.

Bayer beginnt dominant und ebnet früh den Weg

Beim Geisterspiel im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen bestimmte Leverkusen in der Anfangsphase wie erwartet das Geschehen. Die Saarbrücker, die nach jahrelangen Bauarbeiten am Ludwigspark zu Beginn der neuen Saison wohl in ihr Heimatstadion zurückkehren können, versuchten es mit gelegentlichen Nadelstichen.

Diese Taktik ging nicht lange auf. Nach guter Vorarbeit von Kerem Demirbay traf der Franzose Diaby für die Gäste. Die Leverkusener, die ohne ihren verletzten Topstar Kai Havertz (muskuläre Probleme) und Lars Bender auskommen mussten, blieben auch nach der Führung konzentriert.

Drei Tage nach der Niederlage in der Liga gegen Bayern (2:4) war der Mannschaft von Trainer Peter Bosz anzumerken, dass sie die Finalchance nutzen wollte. Die Saarbrücker, die seit dem 7. März (0:1 bei Astoria Walldorf) kein Punktspiel mehr bestritten hatten, konnten nur ihren Kampfgeist entgegensetzen. Das zweite Tor für Bayer lag in der Luft, der Argentinier Alario traf dann schließlich.

Danach ließen die Leverkusener etwas ruhiger angehen, verschnaufen konnten die Saarbrücker aber nicht. Das Team von Coach Lukas Kwasniok befand sich fast ausschließlich in der Defensive. Paulinho konnte die Chancen zum dritten Tor zweimal nicht verwerten (38. und 39.).

Saarbrücken wird mutiger

Zu Beginn des zweiten Durchgangs trauten sich die Gastgeber etwas mehr zu. An der Überlegenheit der Leverkusener änderte sich aber nichts. Bayer vergaß allerdings zunächst, das dritte Tor nachzulegen. Dieses Manko beseitigte der eingewechselte Bellarabi nach Vorarbeit Demirbays.

Nach dem Treffer schaltete Leverkusen einen Gang zurück. Zudem nahm Bosz weitere Wechsel vor, um einen Teil seiner Stammspieler für das Punktspiel am Sonntag bei Schalke 04 zu schonen. Nach rund einer Stunde hatte der Trainer schon viermal getauscht, darunter litt das Spiel merklich.

Leverkusen legte keinen gesteigerten Wert mehr auf ein weiteres Tor und verwaltete den Vorsprung. Der FCS konnte das allerdings nicht ausnutzen. Das Spiel hatte kaum noch Höhepunkte zu bieten. Erst in der 77. Minute vergab Paulinho wieder eine große Möglichkeit.

https://www.sport1.de/fussball/dfb-pokal/2020/06/dfb-pokal-halbfinale-1-fc-saarbruecken-bayer-04-leverkusen-0-3

 

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