Hulk Hogan ist beim WWE-Rivalen AEW unerwünscht

Hulk Hogan ist beim WWE-Rivalen AEW unerwünscht

3. Juni 2020 Spordbild 0

Bemerkenswerte Offenbarung vom Chef des WWE-Rivalen All Elite Wrestling: Kein Geringerer als Hulk Hogan ist bei AEW unerwünschte Person.

Tony Khan, Präsident der Liga, hat das beiläufig bei Twitter enthüllt, nachdem Hogans Ex-Ehefrau Linda dort mit einem fragwürdigen Beitrag über die Unruhen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch das übermäßig gewalttätige Verhalten eines weißen Polizisten auffiel.

In dem mittlerweile gelöschten Tweet schrieb Linda, dass ihr nur Schwarze als Plünderer auffielen und dass die afroamerikanische Minderheit sich “zivilisiert” verhalten sollte.

“Du hast dich zu deinem Ehemann gesellt und bist von allen AEW-Shows ausgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch”, antwortete der 37 Jahre alte Khan. Hulk und Linda Hogan sind zwar mittlerweile geschieden, aber da Linda seitdem nicht neu geheiratet hat, kann nur ihr Ex-Gatte gemeint sein. Der allgemeine und von Khan unwidersprochene Eindruck ist, dass Hulk Hogans eigener, vor fünf Jahren bekannt gewordener Rassismus-Eklat der Grund ist.

WWE feuerte und begnadigte Hulk Hogan

Das Aushängeschild des ersten großen WWE-Booms in den achtziger Jahren (als WWE noch WWF hieß) war 2015 von WWE gefeuert worden, als ein im Jahr 2006 heimlich aufgenommenes Sex-Tape publik wurde, in dem Hogan rassistische Kommentare über den damaligen Partner seiner Tochter Brooke abließ. Im Zuge seiner Entlassung wurde zwischenzeitlich jede Verbindung von WWE mit Hogan getilgt, auch aus der Ruhmeshalle der Promotion wurde er entfernt.

Hogan hatte für den Vorfall um Entschuldigung gebeten und war 2018 von WWE schließlich “begnadigt” worden, auch innerhalb der Liga blieb sein Fall aber umstritten: Die afroamerikanischen Wrestler The New Day (Kofi Kingston, Big E, Xavier Woods) sowie Titus O’Neal gingen in ausführlich begründeten Statements auf Distanz zu Hogan, weil sie seine Entschuldigung als nicht aufrichtig empfanden.

Khan, Sohn des in Pakistan geborenen Milliardärs Shahid Khan, teilt diese Einschätzung offensichtlich.

AEW-Boss Tony Khan erntet auch Kritik

Khan stößt mit seiner Positionierung nicht auf ungeteilte Zustimmung. Jenseits der ewigen Debatte, ob, wann und wodurch Hulk Hogans Schuld als abgetragen betrachtet werden kann, werden Khan als Reaktion auf sein Statement die Verfehlungen anderer vorgehalten, die bei ihm nicht unerwünscht sind – unter anderem das Vergewaltigungs-Urteil gegen den gerade prominent als Gaststar inszenierten Mike Tyson von 1992.

Was ebenfalls viele ansprechen: Tysons Gegenspieler, der frühere AEW-Champion Chris Jericho, sorgte erst vor einigen Tagen für Irritationen, indem er einen Post mit den Worten “Black Lives Matter” bei Instagram mit dem Hashtag “#alllivesmatter” beantwortete.

Chris Jericho irritiert mit “All Lives Matter”

Der an sich unverfänglich klingende Satz (“Alle Leben zählen”) ist im Kontext der Rassismus-Debatte in den USA negativ aufgeladen, weil er als bewusste oder unbewusste Verkennung der besonderen Erfahrungs- und Diskriminierungsgeschichte und den sich daraus ergebenden Anliegen der afroamerikanischen Minderheit verstanden wird – und sich zum Schlachtruf der Feinde der Black-Lives-Matter-Bewegung entwickelt hat.

Jericho versicherte seitdem mehrfach, dass er ebendas nicht wäre und die Ziele der Bewegung teile (“Black lives matter to me”). Weil er den Ursprungspost jedoch nicht löschte, hält die Kritik jedoch an, Jericho wird Naivität vorgeworfen.

Randy Orton, früherer WWE-Kollege Jerichos und als eher konservativ geltend, hat in dieser Hinsicht erst kürzlich einen Lernprozess verdeutlicht, den er selbst vollzogen hat.

Orton, der den Slogan “All Lives Matter” früher selbst verwendet hatte, postete nun als Reaktion auf den Fall George Floyd stattdessen “Black Lives Matter” und reagierte (ähnlich wie Khan) auch auf Kritiker, die noch immer darauf beharren, dass der Gegen-Slogan angebrachter sei: Ja, jedes Leben zähle, erklärte Orton – aber so lange schwarzes Leben nicht zähle, sei genau das eben nicht erreicht.

https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/aew-hulk-hogan-beim-wwe-rivalen-unerwuensche-person

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 

Sie haben nicht das passende gefunden oder benötigt Hilfe? Lassen Sie es uns wissen, wir melden uns gerne per E-Mail bei Ihnen zurück!

Vielen Dank. Wir melden uns umgehend bei Ihnen per E-Mail.

Beim Versuch, Ihre Anfrage zu senden, ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

SpoVerMa Ich akzeptiere die Datenschutzbestimmungen von "SpoVerMa" und bestätige diese gelesen zu haben.