"eSport darf sich nicht darüber identifizieren, wer am meisten Geld dafür ausgibt“

"eSport darf sich nicht darüber identifizieren, wer am meisten Geld dafür ausgibt“

30. September 2020 Spordbild 0

Von Fatih Öztürk

Eine der größten Kritikpunkte, die sich der FIFA eSport gefallen lassen muss, ist der verzerrte Wettbewerb in Ultimate Team. Spieler, die frühzeitig viel Geld in den Modus investieren, erkaufen sich so bessere Chancen auf wertvollere Rewards in folgenden Weekend Leagues, die wiederum die Mannschaftsleistung dramatisch beeinflussen.

Schlimmer jedoch ist, dass auch nahezu alle offiziellen FIFA Turniere über Ultimate Team abgewickelt werden. Dieser P2W-Faktor wurde in der Szene bisher einfach hingenommen.

Nun hat sich Tim Latka, der seit einigen Jahren für Schalke 04 spielt und Content kreiert, offiziell zu Wort gemeldet und möchte ein Umdenken in der Profiszene auslösen. Er kritisiert genau diesen Aspekt der Fußballsimulation, das einem Casino gleiche, in seinem Statement auf YouTube. “Die meisten wissen das, wir reden da leider nicht von 100€, sondern über bis zu 4.000€, die Organisationen pro Spieler in FIFA ausgeben.”

Auch für ihn habe Schalke in der Vergangenheit ähnliche Summen investiert, auch er habe bisher davon profitiert, doch zufrieden war er laut eigener Aussage nie mit dem System.

“Entwicklung in falsche Richtung”

“eSport darf sich nicht darüber identifizieren, wer am meisten Geld dafür ausgibt”, erklärt der FIFA-Pro weiter.

Seiner Meinung nach bewege sich das Spiel aber immer mehr in eine Richtung, die darauf ausgelegt sei, den Kauf von FIFA-Points zu forcieren. Darum möchte Tim seine Reichweite nutzen, um sich als einer der ersten Profis vom aktuellen System Abstand zu nehmen – selbst, wenn das für ihn einen Nachteil bedeutet. Schalke 04 steht hinter Tim und hat das ursprünglich geplante FIFA-21-Investment nun an eine Stiftung gespendet.

https://www.sport1.de/esports/fifa/2020/09/kein-kauf-von-fifa-points-schalker-mit-klarer-ansage

 

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