Die Folgen der Schreuder-Entlassung

Die Folgen der Schreuder-Entlassung

9. Juni 2020 Spordbild 0

Am Dienstagmorgen, um 9.16 Uhr, stand die TSG Hoffenheim von einer Sekunde auf die andere plötzlich im Rampenlicht.

Die Kraichgauer verkündeten in einer Pressemitteilung einen echten Paukenschlag. “Mit sofortiger Wirkung” trennte sich die TSG von Chefcoach Alfred Schreuder. Auch Schreuders Bruder und Co-Trainer, Dick Schreuder, musste seinen Stuhl räumen. Dass diese Entscheidung aus dem Nichts kam, unterstreicht die SPORT1-Information aus Mannschaftskreisen, dass selbst die Spieler im Vorfeld nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurden.

Wenige Stunden später erklärte TSG-Sportchef Alexander Rosen in einer virtuellen Presserunde detailliert die Gründe für Schreuders Aus. “In wichtigen Detailfragen waren wir unterschiedlicher Auffassung, so dass eine Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus keinen Sinn mehr macht”, sagte Rosen. Vor allem in der Zukunftsplanung sollen nach SPORT1-Informationen große Unterschiede geherrscht haben.

“Klassischerweise zieht man nach einer Saison ein Fazit. Nichts anderes war unser Plan”, schilderte Rosen, doch nach dem Spiel bei Fortuna Düsseldorf sei “eine große Dynamik in die ganze Thematik” gekommen, “die uns gemeinsam zu dem Schluss kommen ließ, dass es nach Saisonende einen neuen Cheftrainer bei der TSG Hoffenheim geben wird”.

Nur vier Eigengewächse im TSG-Team

Zuvor hatte der Klub in der Stellungnahme zu Schreuders Entlassung bereits mitgeteilt, dass die “Weiterentwicklung des Teams” die Hauptaufgabe des Trainerteams gewesen sei. Bei der Planung der Zukunft hätten sich dabei aber “Differenzen über die Ausrichtung des Klubs sowie den weiteren gemeinsamen Weg” abgezeichnet.

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Doch wie sieht dieser zitierte “gemeinsame Weg” aus und warum wollte oder durfte Schreuder diesen nicht mehr mitgehen?

Wie SPORT1 weiß, legen die Hoffenheimer großen Wert darauf, dass sich ein Trainer in gewisser Weise an den Verein anpasst, also beispielsweise die interne Spielidee unterstützt. Dazu gehört eine langfristige und detaillierte Planung in Sachen Profikader sowie das Thema Durchlässigkeit.

Im Nachwuchs zählt die TSG mit zu den führenden Teams (U19 und U17 spielen in der Bundesliga). Im Bundesligakader stehen momentan aber mit Stefan Posch, Dennis Geiger, Christoph Baumgartner und Ilay Elmkies nur vier “echte” Eigengewächse – für die Kraichgauer eine erschreckend geringe Zahl.

Ein Umstand, den die TSG-Verantwortlichen wohl nur allzu gern ändern wollen, am besten mit einem Trainer, der die Klub-Linie mitträgt.

Jugendarbeit als zentraler Punkt

Voerst übernimmt ein Quintett das sportliche Sagen auf dem Platz: “Das aktuelle Trainerteam um Matthias Kaltenbach, Michael Rechner und Timo Gross wird um den Fußballlehrer Marcel Rapp sowie den ehemaligen TSG-Profi Kai Herdling aus der klubeigenen Akademie erweitert”, schrieb die TSG in ihrer Mitteilung zu Schreuders Aus.

Ob Rapp auch als nächster Cheftrainer in Frage kommt? Aktuell deutet zwar nicht viel darauf hin, dass der erfolgreiche Trainer der A-Junioren über die Saison hinaus in der Verantwortung stehen wird, doch auszuschließen ist dies keinesfalls. 

Der 41-Jährige schloss den Fußballlehrer-Lehrgang in Hennef mit Bestnote ab, ihm wird im Kraichgau viel zugetraut. Daneben könnte auch der frühere Mainz-Coach Sandro Schwarz, der sich seit jeher die Jugendförderung auf die Fahne geschrieben hat, in den Gedanken der Vereinsführung eine Rolle spielen.

Kurzfristig wird sich allerdings erst einmal nichts tun: Sportchef Rosen betonte, dass es noch keine Tendenz für die Trainerfrage ab dem Sommer gebe. Für die Schreuder-Nachfolge “werden wir uns die Zeit nehmen, um bis zum Trainingsauftakt eine Lösung zu finden”, sagte Rosen.

Und eines ist klar: Ein weiterer negativer Paukenschlag wie jener am Dienstagmorgen würde dem Klub wohl erneut schaden – so konsequent Schreuders Aus letztendlich auch war.

https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/06/tsg-hoffenheim-aus-fuer-alfred-schreuder-die-folgen-der-trainerentlassung

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