Der neue Star der BBL – mit Kult-Schnurrbart zum Titel?

Der neue Star der BBL – mit Kult-Schnurrbart zum Titel?

23. Juni 2020 Spordbild 0

Nach dem Überraschungscoup gegen den FC Bayern peilen die MHP Riesen Ludwigsburg den großen Triumph beim Finalturnier der easycredit BBL an.

Gegen ratiopharm Ulm wollen die Baden-Württemberger nach dem historischen Unentschieden im Hinspiel den Einzug ins Endspiel klarmachen (ab 20.15 Uhr LIVE bei SPORT1 im TV und im STREAM).

Ludwigsburg hat sich mittlerweile zum Geheimfavoriten entwickelt. Nach außen hin wirken die Riesen wie eine verschworene Truppe mit besonders ausgeprägtem Teamgeist. Entsprechend geschlossen hat sich die Mannschaft im bisherigen Turnierverlauf auch auf dem Parkett gezeigt.

Mittendrin: Hans Brase, der nicht nur durch seinen Schnurrbart Kult ist, sondern sich vor allem gegen Bayern in besonders guter Form präsentierte.

Brase brilliert bei Ludwigsburg-Coup gegen Bayern

Der in den USA aufgewachsene Deutsche erzielte im Viertelfinal-Hinspiel gegen die Münchner mit 18 Punkten einen neuen Karrierebestwert. “Ich hatte einen guten Start und dann habe ich meinen Flow gefunden”, sagte der Rollenspieler zu seinem perfekten Tag. 

Der 26-Jährige kam vor der Saison vom Ligarivalen Syntainics MBC. Zu Beginn agierte er oft noch unglücklich, steigerte sich aber im weiteren Verlauf. Ende Januar erzielte er bei der 88:98-Niederlage gegen Gießen mit 13 Punkte seinen Saisonbestwert, am vergangenen Dienstag übertraf er diesen deutlich.

Doch für Brase haben Einzelleistungen bei diesem Turnier weniger Bedeutung als der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. “Es gibt keine Fans, das heißt, die Trainer und alle Spieler, die auf der Bank sind, sind die Einzigen, die uns Energie geben können”, erklärte der Power Forward. 

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Der enorme Teamgeist hat sich bisher ausgezahlt: Gegen die Bayern holte Ludwigsburg einen Elf-Punkte-Rückstand zu Beginn der zweiten Hälfte auf und drehte die Partie mit immenser Willensstärke.

Umzüge zwischen Deutschland und USA

Für Brase ist es bei den Riesen die zweite Profisaison in der BBL. Der 2,06 Meter große Hühne hat ein bewegtes Leben hinter sich – das vor allem von vielen Umzügen geprägt war. Der junge Spieler hat seine Wurzeln sowohl in Deutschland als auch in den USA. Seine Eltern stammen aus Hannover, geboren wurde er allerdings in den Vereinigten Staaten.

Nur wenige Wochen nach der Geburt ist die Familie nach Deutschland zurückgekehrt, um drei Jahre später wieder nach Übersee umzusiedeln. Nach seiner Zeit auf dem College verbrachte Brase jeden Sommer in Deutschland, um bei der Nationalmannschaft zu trainieren.

Das ständige Hin und Her gehört heute der Vergangenheit an. Aber der BBL-Profi erinnert sich gerne zurück: “Es ging oft hin und her zwischen Amerika und Deutschland. Aber es hat auch Spaß gemacht”, verriet Brase im Interview mit Magenta Sport.

Verletzungen werfen Brase zurück

Aber nicht nur die vielen Umzüge, sondern auch eine unglaubliche Verletzungsgeschichte prägte Brases Karriere. 2015 gewann er mit dem deutschen Team bei der Universiade in Korea Silber und lieferte den USA dabei ein tolles Spiel, wenig später zog sich der Forward im Training der renommierten Princeton Universität allerdings einen Kreuzbandriss zu, der das Aus für die komplette Saison bedeutete. Der Flügelspieler befand sich damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Mit harter Arbeit und Reha kämpfte er sich zurück auf das Parkett, um etwas mehr als zwölf Monate später mit einer weiteren Knieverletzung erneut aus der Bahn geworfen zu werden. Im Mai 2017 wechselte er nach Abschluss seines Soziologie-Studiums an die Iowa State University.

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Dort überwand Brase seine Verletzungen und trotzte allen Zweiflern: In 21 Spielen stand er durchschnittlich 15 Minuten auf dem Parkett. Bei den Cyclones kam er dabei auf 2,4 Punkte und 3,8 Rebounds pro Partie. Beim Finalturnier der BBL hat der ehemalige College-Spieler mit T.J. Bray (FC Bayern) und Ian Hummer (Oldenburg) gleich mehrere frühere Princeton-Kollegen wieder getroffen. “Wir haben alle zusammen gespielt. Deswegen ist dieses Turnierformat schon etwas Besonderes”, erklärte der Deutsch-Amerikaner.

Trotz 18-Punkt-Galöa erlebt Brase auch in Ludwigsburg Höhen und Tiefen: Im Halbfinal-Hinspiel des BBL-Turniers gegen Ulm kam er nicht so richtig in Tritt, verfehlte alle fünf Dreier-Versuche. Doch gegen Bayern hat er gezeigt, dass er ein X-Faktor sein kann.

Im Rückspiel will er aber wieder auftrumpfen, der Rollenspieler, der aktuell nicht nur durch seine Leistungen auf dem Platz auffällt, sondern auch durch seinen markanten Schnurrbart.

Schnurrbart-Kombination mit Wohlfarth-Bottermann

Gemeinsam mit Jonas Wohlfarth-Bottermann lässt er sich diesen seit einigen Wochen stehen. Beide wollten in der privaten Lockdown-Zeit etwas Außergewöhnliches machen und sahen bisher keinen Grund, den Schnauzer abzurasieren. “Irgendwann während der Coronapause war ich einfach zu faul, mich zu rasieren. Dann fand ich es einfach witzig und habe Jonas gezwungen, das auch zu machen”, erzählte Brase bei Magenta Sport.

Und weiter: “Egal wie schief das Leben läuft oder wenn man keinen Bock mehr hat, sieben Tage im Hotel zu bleiben – ein hässlicher Schnurrbart ist immer witzig.” Da machen Brase auch die vielen Sprüche und Aufforderungen zum Rasieren nichts aus. “Ein bisschen Lächeln ist immer gut.”

https://www.sport1.de/basketball/bbl/2020/06/bbl-finalturnier-hans-brase-peilt-mit-ludwigsburg-titel-an

 

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